Patientencoachings – Warum die einmalige ärztliche Einweisung für ein Medizinprodukt nicht ausreicht und wie Hersteller das Lösen können 

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Mit einer Diagnose verändert sich oft das Leben von Patient:innen enorm. Medizinische Geräte in den Alltag zu integrieren kann eine große Herausforderung sein, insbesondere, wenn die Einweisung in das Produkt nur einmalig passiert und Patienten anschließend mit der Nutzung alleine gelassen werden. Eine Lösung hierfür können Patientencoachings sein.

Denn auch wenn die initiale Einweisung in die Nutzung eines medizinischen Produktes durch einen Arzt fachlich korrekt durchgeführt wird, verlassen Patient:innen danach die jeweilige Praxis und müssen das Produkt fortan allein anwenden. Treten Probleme in der Anwendung auf, kommt es im besten Fall zu Anrufen beim Support-Team, im schlimmsten Fall zu einem stillen Therapieabbruch.  

Dies liegt vor allem daran, dass Patient:innen sich über längeren Zeitraum an ein medizinisches Produkt und die Änderungen, die ein solches mit sich bringt, gewöhnen müssen. Auf die einmalige Einweisung folgt also ein langer Lernprozess, der ohne richtige Begleitung schnell abgebrochen wird. 

Warum die klassische Einweisung an ihre Grenzen stößt 

Das Problem, weshalb die klassische Einweisung langfristig oft nicht erfolgreich ist, hat mehrere Facetten. Zum einen herrscht in Arztpraxen Zeitdruck und Termine sind teilweise schwer zu bekommen, was die Hemmschwelle von Patient:innen bei Schwierigkeiten bereits erhöht.  

Gleichzeitig bedeutet eine Diagnose für Patient:innen auch eine Informationsüberflutung, die zeitgleich zu einer emotionalen Ausnahmesituation stattfindet. Sie müssen viele Informationen verarbeiten, während sie gleichzeitig Unsicherheit und vielleicht sogar Angst empfinden. So kann eine einmalige Einweisung bei der bereits vorhandenen Informationsflut für Patienten überfordernd sein. Die Einweisung ist also formal korrekt, aber nicht nachhaltig wirksam.  

Patientencoaching stellt hier eine ergänzende Maßnahme dar. Sie ersetzt keine klassische Einweisung, insbesondere hinsichtlich der regulatorischen Vorgaben. In der Realität stehen hier jedoch Zeitdruck und Auslastung des Gesundheitssystem in starken Kontrast zum tatsächlichen Bedarf an Zeit für die Gewöhnung von Patienten an das Produkt.  

Schulung vs. Begleitung: Der entscheidende Unterschied durch Patientencoachings 

Patientencoachings setzen genau hier an und bringen einen entscheidenden Perspektivwechsel: von einer einmaligen, standardisierten Erklärung kommen wir zu einer wiederholten, adaptiven Begleitung. Patient:innen werden dort abgeholt, wo sie stehen – direkt aus dem eigenen Wohnzimmer heraus. Das jeweilige Medizinprodukt findet so viel besser Anschluss im Alltag, weil Patient:innen das Produkt nicht nur verstehen, sondern anwenden und bei der Anwendung nicht allein gelassen werden.  

Wie Patienten im Alltag wirklich lernen 

Der entscheidende Faktor bei Überlegungen, wie sich die Therapieadhärenz steigern lässt, ist  wie Patient:innen und allgemein Menschen im Alltag lernen. Besonders, wenn es darum geht, Routinen aufzubauen und diese auch langfristig zu halten. Lernen passiert durch die wiederholte Anwendung eines medizinischen Produktes. Hier gibt es viele Hürden, die eine regelmäßige Anwendung ohne zusätzliche Begleitung erschwert. Die Angst vor Fehlern, Unsicherheiten in der korrekten Anwendung, komplexe Änderungen in bestehenden Routinen stehen dem Therapieerfolg oft im Weg.  

Eine kontinuierliche Begleitung durch unser Telemedizinzentrum setzt genau hier an: durch die Begleitung unserer MFAs helfen wir Patient:innen, diese Hürden zu überwinden.  

Vertrauensbasis: Arzt, MFA oder Coach – wer begleitet langfristig? 

Ein weiterer wichtiger Aspekt, warum langfristige Patientencoachings Therapieerfolge maßgeblich erhöhen, ist das tiefere Vertrauensverhältnis zwischen Patient:innen und Coaches, das sich durch die langfristige Begleitung aufbaut.  

Dieses Vertrauensverhältnis baut sich durch den regelmäßigen Kontakt auf, den eine telemedizinische Begleitung bietet. So werden Ängste und Unsicherheiten rund um das Produkt  abgefangen und abgebaut. Sie bietet den Patienten den Raum und das Vertrauensverhältnis, Fragen mehrfach zu stellen und auf Augenhöhe direkt zu kommunizieren. 

Wie kontinuierliche Begleitung die Adhärenz messbar verbessert 

Durch die genannten Punkte, wie das Vertrauensverhältnis und die Kontinuität, haben Patientencoachings das Potenzial, die Adhärenz von Therapien maßgeblich zu steigern. Durch die größere Anwendungssicherheit werden Abbruchquoten gesenkt und Nutzungslücken frühzeitig erkannt. So können Reklamationen vermieden und Supportkosten gesenkt werden. Gleichzeitig bieten Patientencoachings außerdem die Möglichkeit an Real World Data für die Medizintechnik zu gelangen. Patientencoachings sind also nicht einfach „nur“ Service-Add-on, sondern gleichzeitig auch ein wirtschaftlicher Hebel.  

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