Telemedizin im Fokus: WZAT beim BMC-Kongress 2026 – Ein Erfahrungsbericht 

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Wie entwickelt sich die digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland weiter? Welche Innovationen prägen die Telemedizin von morgen? Und wie kann es gelingen, mit Telemedizin in Zukunft Rettungsdienste, Notaufnahmen und Pflegeeinrichtungen effektiver zu entlasten? Antworten auf diese Fragen bot der BMC-Kongress 2026 in Berlin – eine der zentralen Veranstaltungen rund um Managed Care, innovative Versorgungskonzepte und Digitalisierung im Gesundheitswesen. 

Für WZAT war Igor Sattler, Anforderungs- und Projektmanager beim Westdeutschen Zentrum für Angewandte Telemedizin (WZAT), mit dabei. Wir haben mit ihm über seine Eindrücke gesprochen – und warum Telemedizin im Notfallbereich aktuell eine besonders wichtige Rolle spielt. 

Branchenüberblick und aktuelle Trends 

Der BMC-Kongress – veranstaltet vom Bundesverband Managed Care – fand am 27. und 28. Januar 2026 in Berlin statt. Vertreter:innen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Gesundheitswesens kamen zusammen: Kliniken, Krankenkassen, IT-Unternehmen, Telemedizinanbieter, Verbände und politische Vertreterinnen und Vertreter. 

Die Veranstaltung bot ein vielseitiges Programm: 

  • Sechs parallellaufende Themensäulen, verteilt auf unterschiedlich große Räume 
  • Ein großer Hörsaal für politisch relevante Keynotes, u. a. mit einer Staatssekretärin des Bundesgesundheitsministeriums 
  • Fachsessions zu Telemedizin, Notfallmedizin, Versorgungskonzepten und Digitalisierung 

Telemedizin in der Notfallversorgung: Ein Feld mit großem Potenzial 

Besonders hallen bei Igor die Beiträge rund um Telemedizin im Bereich der Notfallmedizin nach. Verschiedene Kassenärztliche Vereinigungen stellten dort erfolgreiche Projekte vor, die zeigen, wie digitale Lösungen helfen können, bestehende Strukturen zu entlasten und Patientinnen und Patienten gezielter zu versorgen. 

Ein Beispiel: 
In einem Projekt in Bayern erhalten Pflegeeinrichtungenvor einem möglichen Hausbesuch des ärztlichen Bereitschaftsdienstes zunächst eine videobasierte Konsultation mit einer Ärztin oder einem Arzt. Pflegefachkräfte können dabei Vitalwerte übermitteln oder sich bei Untersuchungen anleiten lassen. Auf Basis der Ergebnisse wird dann entschieden, ob der Besuch des Bereitschaftsdienstes oder gar eine Fahrt ins Krankenhaus notwendig ist.  

Der Effekt: 

  • Zahlreiche unnötige Einweisungen in die Notaufnahme konnten verhindert werden. 
  • Die 116117 wurde effizienter genutzt. 
  • Die 112 als Notfallnummer wurde deutlich entlastet. 

Für Igor ein Aha-Moment: „Wir selbst arbeiten bislang nicht schwerpunktmäßig im Notfallbereich. Aber es war deutlich zu sehen, welche Relevanz das Thema hat und welches Potenzial Telemedizin hier bietet.“  

Ein Ort des Netzwerkens und der Zukunftsideen 

Neben den Fachvorträgen überzeugte der Kongress vor allem durch seine Netzwerkqualität. Igor traf sowohl frühere berufliche Kontakte als auch neue potenzielle Partnerschaften – unter anderem Telemedizinzentren mit anderen Schwerpunktsetzungen. Solche Begegnungen könnten, so Igor, künftig zu Kooperationen führen: 

„Es gab auf jeden Fall interessante Schnittmengen. Wir überlegen, uns nochmal intensiver auszutauschen und potenzielle gemeinsame Projekte zu besprechen.“ 

Ein Blick in die Zukunft 

Der BMC-Kongress machte deutlich: Die Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen sind groß – und viele Reformen werden ohne digitale Lösungen nicht zu stemmen sein. Ob Telemonitoring, Telekonsultationen oder digitale Prozessoptimierung: Telemedizin bleibt ein zentraler Baustein. 

Vernetzung und Austausch der einzelnen Mitwirkenden, sei es die (Fach-) Ärzteschaft, Pflegepersonal, Anbieter telemedizinischer Lösungen, Krankenkassen, Verbände, … sind ein wertvolles Fundament, um die Etablierung der Telemedizin im deutschen Gesundheitswesen zu dynamisieren.  

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