Ziele und Aufgaben

Ziele

Das Westdeutsche Zentrum für angewandte Telemedizin (WZAT)  ist eine zukunftsorientierte Einrichtung mit etablierten Strukturen im Bereich der klinischen Telemedizin.

Ziel ist u.a., mehr Sicherheit und eine optimale Versorgung der Patienten zu bieten. Mit Hilfe der „Telemedizin“, die alle Formen medizinischer Informationen umfasst, die ortsunabhängig mittels moderner Datenübertragung ausgetauscht werden, schlägt das WZAT neue Wege ein: Es ist in medizinische Qualitätsstudien eingebunden und forscht zu verschiedenen kardiologischen, neurologischen und diabetologischen sowie telemedizinischen Fragestellungen.

Das WZAT betreut Patienten, die sich zu Hause befinden, durch Austausch von Informationen zu spezifischen Vitaldaten mittels moderner Datenübertragung. So werden Risikopatienten mit Herzinfarkt- oder Schlaganfallgefahr, nach Herzoperationen oder z.B. mit künstlichen Herzklappen bzw. zur ambulanten Rehabilitation überwacht und beraten.

Das Zentrum verfügt über eine technische Plattform für die Vernetzung mit peripheren Nutzern (Patienten, Gesundheitsdienstleistern) und eine professionelle Beratungskompetenz auf Facharztniveau. Eine Aus- und Weiterbildungsanerkennung ist im klinischen Rahmen vorhanden. Die Callcenterleistung baut auf hoher fachlicher Expertise auf, die nicht zuletzt auch durch das ärztliche Rotationsmodell (im Zusammenhang mit der Facharztweiterbildung) gewährleistet wird. Insofern stellt das WZAT, mit seiner Anerkennung zur Aus-und Weiterbildung, einen wichtigen Partner auf dem Ausbildungssektor dar.

Im Bereich der Versorgungsforschung werden Patientendaten unter Berücksichtigung des Datenschutzes und der ärztlichen Schweigepflicht gesammelt, für die intensive Betreuung genutzt und in Kooperation mit den Kostenträgern statistisch ausgewertet. Als eine Form des sektorenübergreifenden Home-Monitorings werden chronisch Kranke und Hochrisikopatienten unter Stärkung der Eigenverantwortung leitliniengerecht und in engster Zusammenarbeit mit dem zuständigen Haus- und Facharzt behandelt.

Darüber hinaus zielt das Zentrum mit seiner Anbindung an Fachkliniken darauf ab, durch die Integration klinischer Kernprozesse einen Beitrag zur Zielerreichung, z.B. durch die Optimierung der Verweildauersteuerung sowie durch die Etablierung eines gezielten Zuweisungsmanagements, zu leisten und so die Attraktivität des Klinikums zu verbessern.

Aufgaben

Das WZAT ist organisatorisch in die telemedizinischen Fachbereiche Homemonitoring und Telekonsultation unterteilt. Dem Homemonitoring unterliegen IV-Programme, wie Programme zur Behandlung chronischer Herzinsuffizienz, zur telemedizinisch unterstützten ambulanten Rehabilitation und zum telemedizinisch unterstützten Thromboseservice. Weitere Programme, wie z.B. zum Gewichtsmanagement, bei Bluthochdruck, zur Rhythmusdiagnostik, zum Glucosemanagement etc., sind seit 2003 unter fachlicher Leitung des ärztlichen Direktors PD Dr. med. Körtke in der Anwendung.

Die Telekonsultation beinhaltet, dass Abteilungen fremder Krankenhäuser über das Internet (VPN-Technologie) mit dem WZAT und seiner elektronischen (webbasierten) Fallakte medpower vernetzt sind. Elektrokardiografische sowie echokardiografische Aufzeichnungen werden in externen Krankenhäusern erstellt und an das WZAT übermittelt. Die Aufzeichnungen werden im WZAT befundet und über die Fallakte zurück transportiert.

Sämtliche Zuweiser (Hausärzte, Fachkliniken, Kardiologen) und die an das System angeschlossenen Patienten sind umfassend geschult. Die Daten bleiben in ärztlicher Obhut und werden im WZAT verwaltet. Die Besprechung der Befunde wird durch diverse Experten vorgenommen und die Daten stehen anschließend den jeweils zuständigen niedergelassenen Ärzten bzw. Klinikärzten zur Verfügung.

Vorteile der telemedizinisch unterstützten Patientenversorgung sind:

  • Vermeidung von Schnittstellenproblemen
  • Umfassende, sektorübergreifende Versorgung der Patienten
  • Bessere Therapieplanung und -koordination
  • Vermeidung von Doppeluntersuchungen
  • Verkürzung von Liegezeiten und Präzision der stationären Aufenthalte